Kaugummi, egal ob als „natürlich“ oder „synthetisch“ gekennzeichnet, stellt eine direkte Quelle für die Aufnahme von Mikroplastik dar und setzt beim Kauen bis zu 637 Partikel pro Gramm frei. Entgegen der Annahme, dass pflanzliche Alternativen sicherer seien, setzen beide Arten statistisch gesehen ähnliche Mengen an Mikroplastik frei, wobei 94 % dieser Partikel bereits innerhalb der ersten acht Minuten des Kauens freigesetzt werden. Die freigesetzten Fragmente sind überwiegend kleiner als 50 Mikrometer und bestehen hauptsächlich aus Polyolefinen, Polyethylenterephthalaten (PET), Polyacrylamiden und Polystyrolen. Bei „natürlichen“ Kaugummis deutet das Vorhandensein von Polyolefinen darauf hin, dass die Verunreinigung eher während der Herstellung oder Verpackung als durch die pflanzliche Basis selbst entsteht, während synthetische Kaugummis aufgrund ihrer petrochemischen Zusammensetzung einen höheren Anteil an PET und Polystyrolen aufweisen. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 160 bis 180 Kaugummistreifen könnte eine einzelne Person allein durch Kaugummi unbeabsichtigt zwischen 28.500 und 32.000 Mikroplastikpartikel pro Jahr aufnehmen, wodurch Partikel in den Verdauungstrakt gelangen oder in den Blutkreislauf eindringen können.