Die Eisen- und Stahlindustrie gehört weltweit zu den größten industriellen Verursachern von Luftverschmutzung und stößt erhebliche Mengen an Feinstaub, Schwefeldioxid, Stickoxiden, flüchtigen organischen Verbindungen und hochgiftigen Substanzen (darunter Dioxine, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Cadmium) aus, von denen viele krebserregend sind und sich über Hunderte von Kilometern von ihrer Quelle ausbreiten können. Eine bibliometrische Auswertung von 80 wissenschaftlichen Artikeln, die zwischen 2018 und 2024 veröffentlicht wurden, untersuchte den aktuellen Stand der Forschung zur Luftverschmutzung durch die Eisen- und Stahlindustrie, um das Ausmaß des Umweltproblems besser zu verstehen. Interessanterweise zeigte sich, dass die geografische Verteilung der Forschung äußerst ungleichmäßig war: 65 % aller Studien wurden in China durchgeführt, das als weltweit größter Stahlproduzent detaillierte nationale Emissionsinventare und kontinuierliche Überwachungssysteme entwickelt hat, mit denen Schadstoffe in ganzen Regionen wie Peking–Tianjin–Hebei, dem Jangtse-Delta und dem Perlfluss-Delta erfasst werden. Auf Nigeria entfielen 9 % der Studien, wobei sich die Forschung auf atmosphärische Ablagerungen und Schwermetallbelastungen in der Umgebung von Schmelzanlagen in Städten wie Ile-Ife im Südwesten konzentrierte. Russland trug 6 % bei, wobei Studien die Auswirkungen der Eisenmetallurgie auf die Luftqualität im Rahmen umfassenderer Konzepte zur nachhaltigen Entwicklung untersuchten. Auf Polen und die Türkei entfielen jeweils 3 %, während große Stahl produzierende Nationen wie die Vereinigten Staaten, Japan, Deutschland und Indien nur durch einzelne Studien oder gar nicht vertreten waren – ein erheblicher Mangel angesichts des Umfangs ihrer industriellen Produktion. Die am häufigsten untersuchten Schadstoffkategorien waren: Mehrkomponentenemissionen, Emissionen toxischer Metalle und deren räumliche Verteilung, organische Schadstoffe sowie Emissionsmodellierung und -prognose. Es gab zudem eine kleinere, aber wachsende Zahl von Arbeiten, die sich mit Phytomonitoring befassten (der Einsatz lebender Organismen wie Moose und Flechten als biologische Indikatoren für die Luftverschmutzung). Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Zersplitterung der Forschung über Länder und Themen hinweg in Verbindung mit dem fast vollständigen Fehlen umfassender globaler Übersichtsarbeiten eine gravierende Lücke im wissenschaftlichen Wissen darstellt, die die Entwicklung einer wirksamen internationalen Umweltpolitik für eine der umweltschädlichsten Industrien der Welt einschränkt.