Künstliches Licht in der Nacht ist zu einer allgegenwärtigen Umweltbelastung geworden, die Lebensräume zersplittert und den Biorhythmus unzähliger Arten stört – von Insekten und Fledermäusen bis hin zu Zugvögeln und Wasserlebewesen. Um dem entgegenzuwirken, schlägt das Konzept der „dunklen Infrastruktur“ vor, die Dunkelheitsqualität in bestehende grüne und blaue ökologische Netzwerke zu integrieren und so sicherzustellen, dass Wildtierkorridore nicht nur physisch verbunden bleiben, sondern auch ausreichend dunkel für nächtliche Aktivitäten sind. Dieser Ansatz umfasst einen vierstufigen Prozess: Kartierung des Ausmaßes der Lichtverschmutzung, Identifizierung kritischer Dunkelzonen und -wege, Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen wie das Ausschalten unnötiger Beleuchtung oder die Umstellung auf wildtierfreundliches bernsteinfarbenes Licht sowie die Überwachung der Ergebnisse. Anstatt überall völlige Dunkelheit anzustreben – was unrealistisch ist –, zielt die „dunkle Infrastruktur“ darauf ab, natürliche Nachtzyklen in Schlüsselgebieten zu erhalten und wiederherzustellen, damit Ökosysteme ordnungsgemäß funktionieren können, wobei anerkannt wird, dass eine gewisse künstliche Beleuchtung für die Sicherheit der Menschen notwendig ist. Indem Dunkelheit als wesentlicher Bestandteil des Lebensraumschutzes betrachtet wird, bietet diese Strategie einen praktischen Weg, die wachsende Bedrohung durch Lichtverschmutzung zu mindern und die Artenvielfalt auf Landschaftsebene zu schützen.